Ohne Bewährung - True Crime von hier

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Der Fall Mouhamed Dramé

Der Fall Mouhamed Dramé

Mouhamed Dramé flüchtete aus dem Senegal nach Deutschland, weil er auf Frieden, Sicherheit und eine bessere Zukunft hoffte. Im August 2022 wurde der 16-Jährige bei einem Polizeieinsatz im Innenhof einer Dortmunder Jugendeinrichtung erschossen. Der Fall hat weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus Diskussionen ausgelöst. Und auch der fast ein Jahr andauernde Prozess gegen fünf Polizistinnen und Polizisten wurde an jedem einzelnen Verhandlungstag von Protesten gegen Polizeigewalt begleitet. Am Ende wurden alle fünf Angeklagten freigesprochen. Und der Bundesgerichtshof hat diese Entscheidung jetzt bestätigt.

Wehrlos

Er nannte sie seine große Liebe und den Höhepunkt seines Lebens. Doch das hielt Pawel nicht davon ab, Maria im September 2019 in Dortmund brutal zu töten. Gemeinsam war das Paar drei Jahre zuvor aus Polen nach Deutschland gekommen. Doch während Pawel sein Leben anfangs noch wenigstens halbwegs im Griff hatte, ging bei der 24 Jahre jüngeren Maria ohne ihren Ehemann nichts. Sie fing schon morgens an zu trinken und wusste abends meistens nicht mehr, wie sie ins Bett gekommen war. Als die beiden wieder einmal von einer langen Kneipennacht nach Hause kamen und Maria nicht mal mehr in der Lage war, ohne Hilfe die Treppe zur Wohnung hochzulaufen, entluden sich Pawels Frust und Wut in einem unfassbaren Gewalt-Exzess. Am nächsten Morgen war Maria tot. Und die Polizisten mussten am Tatort ein ums andere Mal tief schlucken.

Cordula - Erschossen vor den Augen der Polizei

Die Polizisten tragen kugelsichere Westen, Cordula, das spätere Opfer, ist völlig ungeschützt. Im März 2013 wird die 47-jährige Frau aus Recklinghausen von ihrem Ehemann erschossen – direkt vor den Augen der Polizei. Der Täter war Sportschütze und Jäger. Er schlief mit einer Pistole unter dem Kopfkissen und war rasend vor Eifersucht. Seine Frau lebte in ständiger Angst. Am Tattag will sie ihn endgültig verlassen. Auch der Polizei ist die Sache nicht geheuer. Zwei Beamte kommen am Tag des Auszugs mit in die Wohnung. Als sie mit dem Ehemann sprechen, zieht der plötzlich eine Pistole und drückt neun Mal ab. Zwei Kugeln treffen das Herz. Vor Gericht geht es später auch um diese Frage: Warum konnten die Polizisten Cor nicht schützen?

Der Alte muss weg

Am 8. Februar 2016 fährt Christian zu seinem Opa Paul nach Hamm. Die beiden hatten sich eigentlich immer gut verstanden, aber seit einigen Monaten gibt es nur noch Ärger. Vor allem um Geld und um die Zukunftsplanung des Enkels. „Der Alte nervt, er muss weg“, hat Christian am Abend zuvor einem Freund geschrieben. Und jetzt setzt er diesen Plan in die Tat um. Als ihm sein 85-jähriger Großvater den Rücken zukehrt, nimmt Christian ein Brecheisen und schlägt zu. 14 Mal trifft er den Kopf des Rentners. Paul ist sofort tot. Die Leiche wird eine Woche später gefunden, nachdem Nachbarn einen unangenehmen Geruch aus der Wohnung des Seniors bemerkt hatten. Am Tag darauf nimmt die Polizei Christian fest. Hat der Enkel seinen Opa heimtückisch ermordet? Oder hat er im Affekt gehandelt, weil mit dem Druck nicht mehr klarkam? Nach fast 20 Verhandlungstagen spricht das Dortmunder Schwurgericht das Urteil.

Der Axtmörder

Ein 18-Jähriger aus Gelsenkirchen erschlägt seine schlafende Mutter mit einer Axt. Dann taucht er in seiner ehemaligen Schule auf. Obwohl es draußen brüllend heiß ist, trägt er einen langen schwarzen Mantel. Darunter ist ein Dolch versteckt. In einer Tasche hat er die Axt. Und in seinem Kopf ist nur ein Gedanke: „Ich muss die Kinder erlösen.“ Doch dann passiert etwas, das den 18-Jährigen völlig aus dem Konzept bringt. Er bricht den geplanten Amoklauf in letzter Sekunde ab. Im Prozess kommt es mit der Richterin später zu diesem Wortwechsel: „Was sind Ihre Interessen?“ „Musik. Ich war ja auch selbst Musiker. Und Kunst. Vieles ist Kunst.“ „Auch töten?“ „Ja. Das ist auch eine Art von Kunst. Wenn man jemanden umbringt, kann das ästhetisch wirken.“

"Mama hat ihren Freund verletzt"

Am 12. März 2020 ruft ein 13-jähriger Junge den Notruf der Polizei in Dortmund: „Meine Mama hat ihren Freund mit einem Messer verletzt“, sagt er. Man solle doch bitte einen Krankenwagen schicken. An diesem Nachmittag hat Caroline ihren Freund Andreas mit einem Stich ins Herz getötet. Beide waren total betrunken, beide hatten Kokain genommen. Zwar landet noch ein Rettungshubschrauber in Dortmund-Wickede, aber Andreas kann
niemand mehr helfen. Die tödliche Messerattacke war der dramatische Tiefpunkt einer Beziehung, in der es immer wieder Streit, Gewalt und Schicksalsschläge gab.

Der Eismann

Ein Eismann aus Gelsenkirchen bereitet alles für das große Sommergeschäft vor. So, wie er es schon immer macht. Sein bunter Eiswagen ist allerdings ziemlich in die Jahre gekommen. Und auch sein sogenanntes Eislabor ist alles andere als modern. Als zwei Mitarbeiterinnen die hygienischen Zustände bemängeln, fühlt sich der 65-Jährige schikaniert und dreht durch. Eine der Frauen kämpft später tagelang um ihr Leben. Vor Gericht sagt der Verteidiger des Eisverkäufers: „Mit gesundem Menschenverstand ist die Tat eigentlich nicht zu erklären.“

Rita – die Eukalyptus-Oma

In Recklinghausen wird die fürchterlich zugerichtete Leiche einer 71-jährigen Frau gefunden. In ihrem Stadtteil verbreitet sich die Nachricht von ihrem gewaltsamen Tod wie ein Lauffeuer. „Die Rita ist tot! Die Eukalyptus-Oma!“ Auf dem Rathausplatz kommen Menschen zu einer Mahnwache zusammen, vor ihrem Haus entsteht ein Meer aus Blumen und Kerzen. Vor allem die Kinder haben sie geliebt. Rita, die sich auf einen Rollator stützen musste, hatte fast immer Bonbons dabei. Den Eltern schenkte sie ein Lächeln und nette Worte. Sie selbst hatte fast nichts – außer einem großen Herzen. Strom und Heizung waren bereits abgestellt. Im Urteil ist später von einem kaltblütigen Mord die Rede.

Hinter der Schlafzimmertür

Rabeas Miete wurde jahrelang immer pünktlich überwiesen. Als die Zahlungen im Februar 2021 dann aber plötzlich ausbleiben, wurde der Vermieter stutzig. Er schrieb der Dortmunderin viele Briefe, drohte ihr mit der Räumung der Wohnung – und bekam doch nie eine Antwort. Im Mai 2021 ließ der Vermieter die Wohnung deshalb gewaltsam öffnen. Im Schlafzimmer machte er wenig später eine grausige Entdeckung: Auf dem Bett lag eine schon stark verweste Leiche: Rabea. Die Polizei stellte schnell fest, dass sie gewaltsam getötet wurde.
Schnell geriet ihr langjähriger Immer-mal-wieder-Freund in Verdacht. Jens hatte immerhin schon einmal wegen Totschlags im Gefängnis gesessen. Nach seiner Festnahme stand er ab Herbst 2021 vor Gericht. Mit dem Urteil eröffnete sich ihm dann aber doch wieder eine unerwartete Perspektive.

Aus dem Nichts

Es war kurz nach fünf. Katharina will vor der Arbeit nur noch schnell den Müll wegbringen. Doch im Hinterhof ihrer Gelsenkirchener Wohnung wartet ihr Ex-Freund – mit einem Messer in der Hand. Der Angriff erfolgt so schnell, dass sie nicht einmal mehr schreien kann. Sie stirbt in den Armen ihres neuen Partners. Ihr Ex-Freund ist da schon auf dem Weg nach Hause und nimmt später in aller Seelenruhe einen Termin beim Kieferorthopäden wahr. Dann geht er mit seiner neuen Freundin Eis essen. Als die Polizei auf dem Handy anruft, sagt er ihr: „Ich muss mal kurz nach Hause. Aber ich bin gleich wieder zurück.“