Ohne Bewährung - True Crime von hier

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Der Axtmörder

Der Axtmörder

Ein 18-Jähriger aus Gelsenkirchen erschlägt seine schlafende Mutter mit einer Axt. Dann taucht er in seiner ehemaligen Schule auf. Obwohl es draußen brüllend heiß ist, trägt er einen langen schwarzen Mantel. Darunter ist ein Dolch versteckt. In einer Tasche hat er die Axt. Und in seinem Kopf ist nur ein Gedanke: „Ich muss die Kinder erlösen.“ Doch dann passiert etwas, das den 18-Jährigen völlig aus dem Konzept bringt. Er bricht den geplanten Amoklauf in letzter Sekunde ab. Im Prozess kommt es mit der Richterin später zu diesem Wortwechsel: „Was sind Ihre Interessen?“ „Musik. Ich war ja auch selbst Musiker. Und Kunst. Vieles ist Kunst.“ „Auch töten?“ „Ja. Das ist auch eine Art von Kunst. Wenn man jemanden umbringt, kann das ästhetisch wirken.“

"Mama hat ihren Freund verletzt"

Am 12. März 2020 ruft ein 13-jähriger Junge den Notruf der Polizei in Dortmund: „Meine Mama hat ihren Freund mit einem Messer verletzt“, sagt er. Man solle doch bitte einen Krankenwagen schicken. An diesem Nachmittag hat Caroline ihren Freund Andreas mit einem Stich ins Herz getötet. Beide waren total betrunken, beide hatten Kokain genommen. Zwar landet noch ein Rettungshubschrauber in Dortmund-Wickede, aber Andreas kann
niemand mehr helfen. Die tödliche Messerattacke war der dramatische Tiefpunkt einer Beziehung, in der es immer wieder Streit, Gewalt und Schicksalsschläge gab.

Der Eismann

Ein Eismann aus Gelsenkirchen bereitet alles für das große Sommergeschäft vor. So, wie er es schon immer macht. Sein bunter Eiswagen ist allerdings ziemlich in die Jahre gekommen. Und auch sein sogenanntes Eislabor ist alles andere als modern. Als zwei Mitarbeiterinnen die hygienischen Zustände bemängeln, fühlt sich der 65-Jährige schikaniert und dreht durch. Eine der Frauen kämpft später tagelang um ihr Leben. Vor Gericht sagt der Verteidiger des Eisverkäufers: „Mit gesundem Menschenverstand ist die Tat eigentlich nicht zu erklären.“

Rita – die Eukalyptus-Oma

In Recklinghausen wird die fürchterlich zugerichtete Leiche einer 71-jährigen Frau gefunden. In ihrem Stadtteil verbreitet sich die Nachricht von ihrem gewaltsamen Tod wie ein Lauffeuer. „Die Rita ist tot! Die Eukalyptus-Oma!“ Auf dem Rathausplatz kommen Menschen zu einer Mahnwache zusammen, vor ihrem Haus entsteht ein Meer aus Blumen und Kerzen. Vor allem die Kinder haben sie geliebt. Rita, die sich auf einen Rollator stützen musste, hatte fast immer Bonbons dabei. Den Eltern schenkte sie ein Lächeln und nette Worte. Sie selbst hatte fast nichts – außer einem großen Herzen. Strom und Heizung waren bereits abgestellt. Im Urteil ist später von einem kaltblütigen Mord die Rede.

Hinter der Schlafzimmertür

Rabeas Miete wurde jahrelang immer pünktlich überwiesen. Als die Zahlungen im Februar 2021 dann aber plötzlich ausbleiben, wurde der Vermieter stutzig. Er schrieb der Dortmunderin viele Briefe, drohte ihr mit der Räumung der Wohnung – und bekam doch nie eine Antwort. Im Mai 2021 ließ der Vermieter die Wohnung deshalb gewaltsam öffnen. Im Schlafzimmer machte er wenig später eine grausige Entdeckung: Auf dem Bett lag eine schon stark verweste Leiche: Rabea. Die Polizei stellte schnell fest, dass sie gewaltsam getötet wurde.
Schnell geriet ihr langjähriger Immer-mal-wieder-Freund in Verdacht. Jens hatte immerhin schon einmal wegen Totschlags im Gefängnis gesessen. Nach seiner Festnahme stand er ab Herbst 2021 vor Gericht. Mit dem Urteil eröffnete sich ihm dann aber doch wieder eine unerwartete Perspektive.

Aus dem Nichts

Es war kurz nach fünf. Katharina will vor der Arbeit nur noch schnell den Müll wegbringen. Doch im Hinterhof ihrer Gelsenkirchener Wohnung wartet ihr Ex-Freund – mit einem Messer in der Hand. Der Angriff erfolgt so schnell, dass sie nicht einmal mehr schreien kann. Sie stirbt in den Armen ihres neuen Partners. Ihr Ex-Freund ist da schon auf dem Weg nach Hause und nimmt später in aller Seelenruhe einen Termin beim Kieferorthopäden wahr. Dann geht er mit seiner neuen Freundin Eis essen. Als die Polizei auf dem Handy anruft, sagt er ihr: „Ich muss mal kurz nach Hause. Aber ich bin gleich wieder zurück.“

Podcast-Tipp: Hafenbar

In Folge 1 der Hafenbar begrüßen Nicoletta Knust und Jörg Thadeusz Marcel Stawinoga, alias der Zoolotse. Er erzählt von seinem Fußmarsch nach Indien, von der Kunst des Duschens fernab jeder Komfortzone – und natürlich aus seinem Alltag zwischen Plumploris, Erdmännchen und allem, was dazwischen kreucht und fleucht. Marcel steht Rede und Antwort zum Konzept "Zoo" und hat einige schöne Anekdoten im Gepäck.

Der rosa Damenschuh

Im Mai 2023 wird eine betrunkene Frau mitten in der Nacht auf einer einsamen Autobahnauffahrt überfahren. Sie liegt monatelang im Koma. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Wie ist sie dorthin gekommen? Was hatte sie vor? Und welche Rolle spielt der rosa Damenschuh, der rund 400 Meter entfernt am Straßenrand liegt? Dann gibt es plötzlich einen schrecklichen Verdacht: Zwei Männer sollen die völlig hilflose Frau an der A 43 im Münsterland aus dem Auto gezerrt und sie allein zurückgelassen haben. Kurz darauf wurde sie von einem anderen Fahrzeug überrollt.

Zimmer 530

Am Abend des 11. Dezember 2022 ist die Lobby eines Dortmunder Hotels gut gefüllt. Auf dem Fernseher in der Bar ist gerade das WM-Viertelfinale Frankreich gegen England zu Ende gegangen, doch viele Gäste bleiben noch, reden, trinken, lachen. Plötzlich stürzt ein spärlich bekleideter Mann aus dem Treppenhaus in die Lobby. Aus seinem Hals spritzt das Blut. Wenige Sekunden später folgt eine ebenfalls halbnackte Frau, die teilnahmslos zuguckt, während mehrere Gäste dem Verletzten Erste Hilfe leisten. Die Frau nennt sich im Internet „Gina“ und bietet als Gelegenheits-Prostituierte Sex gegen Geld an. Doch diesmal ist das Treffen völlig aus dem Ruder gelaufen. „Gina“ hat versucht, ihren Freier zu ermorden. Warum, das stellt sich später vor dem
Dortmunder Schwurgericht heraus.

Tödliches Trinkgelage

Nico ist 21 Jahre alt und lebt in den Tag hinein. Am Nachmittag des 23. April 2022 liegt er auf der Couch einer jungen Frau in Dortmund, die er erst seit wenigen Stunden kennt. Zusammen mit Jessica, ihrem Freund Malik und anderen Bekannten hat Nico die ganze Nacht über Drogen genommen, Wodka, Gin und Jägermeister getrunken, Musik gehört und gechillt. Irgendwann beschließt er, seine Mutter anzurufen. Doch während des Gesprächs rutscht ihm eine unbedachte Bemerkung über Malik heraus – und plötzlich kippt die bis dahin entspannte Stimmung komplett. Malik nimmt ein Küchenmesser und sticht auf den noch immer telefonierenden Nico ein. Mutter Silke hört mit, als ihr Sohn getötet wird – und kann einfach nichts dagegen tun. Mord oder Totschlag? Als die Richter diese Frage im November 2022 beantworten, kommt es zu Tumulten im Gerichtssaal.